Meine 5 Lieblingsbücher für den Sommer

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 Hier zeige ich euch meine Lieblingsbücher für den Sommer

Sommerzeit ist bei mir Lesezeit. Ich verbringe Stunden in meiner Hängematte, auf der Couch, auf dem Balkon oder im Strandurlaub mit Lesen. Dieses Jahr habe ich 7 Bücher in 7 Tagen Mallorca geschafft. Deshalb gönne ich mir auch vor jedem Urlaub 2-3 Neuerscheinungen im Printformat. Das Umblättern und Riechen an den Büchern mag ich sehr und so kann ich sie danach mit schönen Erinnerungen ins Regal stellen oder verleihen. Da Gepäck aber meistens rar ist, lese ich immer auch einige E-Books auf meinem Lesegerät. Die leihe ich mir oft in der Bibliothek aus, das ist kostenlos und super praktisch überall wo man Wlan hat. Welche 5 Bücher mir besonders gut gefallen haben, erfahrt ihr in diesem Post.

  1. Der Bruder von Joakim Zander
  2. Laufen. Essen. Schlafen. von Christine Thürmer
  3. Unterwerfung von Michel Houellebeqc
  4. Mit Blick aufs Meer von Elisabeth Strout
  5. Das Kind, das nicht fragte von Hanns-Josef Ortheil

 

Coverbild Der Bruder Joakim Zander

1. Der Bruder von Joakim Zander*

Witzigerweise habe ich letztes Jahr im Urlaub das erste Buch von Joakim Zander gelesen: Der Schwimmer. Deshalb war in der Buchhandlung schnell klar, dass auch der zweite Band mit muss. Die beiden haben jedoch nicht direkt etwas miteinander zu tun, man kann sie auch ganz unabhängig voneinander lesen.

Der Bruder spielt in Schweden und in London. Das geht deshalb, weil es zwei voneinander unabhängige Geschichten gibt, die am Ende zusammenlaufen. Als Leser selbst weiß man zwar, dass beides irgendwie zusammenhängen muss, aber die Enden bleiben bis zum Schluss offen. Im Stockholmer Vorort Bergort leben die beiden syrischen Kinder Yasmine und Fadi, die ihre Kindheit dort im Elend verbringen. Als junge Erwachsene verlässt Yasmine Bergort und auch ihren geliebten Bruder Fadi, der daraufhin zum Islamist wird und nach Syrien reist. Jahre später erhält sie die Nachricht von seinem Tod. Da sie ihn aber auf Fotos wiedererkennt, beginnt sie mit der Suche nach ihm im Stockholmer Vorort, wo sie schnell von der Vergangenheit eingeholt wird. Gleichzeitig forsch in London Klara Walldeen zum Thema Sicherheit in der EU. Ihre Geschichte wird deutlich kürzer erzählt und viele Enden bleiben offen. Erst ganz zum Schluss erfährt man von der Verknüpfung zum Verschwinden von Fadi.

Für mich persönlich ein Krimi, der eigentlich keiner ist. Von Anfang bis Ende weißt das Buch die Spannung eines Krimis auf, ist aber viel weniger brutal und viel bedeutungsvoller geschrieben. Besonders interessant finde ich den Einblick, den man in die islamistischen Viertel Schwedens erhält.

Buchcover Essen Schlafen laufen Christine Thürmer

2. Laufen. Essen. Schlafen. von Christine Thürmer*

Im Herzen bin ich ja ein richtiges Outdoor-Kind. Wandern, Zelten, Klettern und Bergurlaub mag ich und auch zuhause verbringe ich viel Zeit im Freien. Was Christine Thürmer gemacht hat, übersteigt aber alles. Und zwar um Längen. Die Mitvierzigerin kündigt ihren Job und wandert zuerst über 5.000 Kilometer auf dem West Coast Trail komplett durch die USA, von Mexiko bis nach Kanada. Jeden Tag über 32 km weit und mit all ihrem Hab und Gut im Rucksack. Zelt, Schlafsack, Isomatte, Bärenkanister und teilweise Proviant für über 7 Tage. Wieviele M&M’s sie bis zu ihrem Reiseende verdrückt, kann wohl keiner nachvollziehen. Super interessant sind die Einblicke in so ein Nomadenleben und das Miteinander der „thruhiker“ wie sich die Langstreckenwanderer nennen. Christine ist so von diesem Leben begeistert, dass sie auch noch die anderen beiden Langstreckentrails der USA läuft, insgesamt über 14.000 km.

Mein Fazit: Das Buch ist total empfehlenswert, wenn ihr mit dem Gedanken spielt, selbst mal eine längere Tour zu wandern. Auch Outdoorinteressierte finden daran bestimmt Gefallen.

Buchcover Michel Houllebecq Unterwerfung

3. Unterwerfung von Michel Houellebecq*

Auf den ersten Blick scheint das sehr harte Kost für einen Sommerurlaub zu sein, aber selbst mein Freund hat das Buch im Urlaub verschlungen. Houellebecq schreibt in typischer Manier etwas spöttisch über Frankreich, gleichzeitig voller Liebe und Hass auf sein Land. Irgendwann in der Zukunft, im Jahr 2022, gewinnt nämlich eine islamistische Partei in Frankreich die Wahlen. Fortan steht die gesamte Bildung und Bildungselite Frankreichs unter muslimischem Einfluss. Das führt soweit, dass der einsame Protagonist schließlich selbst zum Islam konvertieren will. Stilsicher und absolut angenehm geschrieben überzeugt mich auch der vierte Roman den ich von Houellebecq lese. Seine Klassiker Elementarteilchen, Karte und Gebiet habe ich nur so verschlungen. Fazit: Für alle, die auch mal Lust auf etwas anspruchsvolles mit aktuellem Zeitgeist haben.

Buchcover Mit Blick aufs meer Elizabeth Strout

4. Mit Blick aufs Meer von Elizabeth Strout*

Ein Klassiker, den komischerweise schon alle meine Freundinnen gelesen haben, der aber bisher an mir vorbeigezogen ist. Keine Neuerscheinung, dazu hat das Buch schon zu viele Preise gewonnen aber absolut lesenswert und perfekt für den Sommerurlaub. Die Protagonistin des Romans Olive Kitteridge ist liebenswert aber gleichzeitig auch zum Haare raufen. Sie lebt mit ihrem Mann und Sohn in Maine und spielt in allen Zwischengeschichten des Buches eine Rolle. Denn ob sie will oder nicht, sie prägt ihre Gemeinde mit ihrem Temperament und ihrer unmöglichen Art. Manchmal lustig, manchmal traurig und ganz oft einfach nur kurios ist dieses Buch herzanrührend und schön. Fazit: Ein tolles Buch für jeden, der gerne liest und außerdem ein gutes Geschenk.

Und für alle, die am Buch Gefallen finden, gibt es sogar eine Serie mit dem Titel Olive Kitteridge.

Buchcover das Kind, das nicht fragte Hanns-Josef Ortheil

5. Das Kind, das nicht fragte von Hanns-Josef Ortheil*

Last but not least, mein Lieblingsbuch diesen Sommer und gleichzeitig auch eins der besten Bücher von Hanns-Josef Ortheil, den leider immer noch zu wenig Leute kennen. Mittlerweile hat er eine ganze Reihe von Büchern veröffentlicht, viele verschiedene Themen ganz wunderbar beschrieben und in seiner Poetik der Worte gefasst. Das Kind, das nicht fragte behandelt ein Thema, über das man wohl sicher selbst noch nie nachgedacht hat und das jeden Leser aus den Socken hauen wird.

Der Ethnologe Benjamin Merz reist ins sizilianische Städtchen Mandlica um sich dort ganz seinen Studien zu widmen. Studien, die davon handeln, wie man sich durch Anpassung zu einem Teil einer Gemeine entwickelt. Noch viel umfassender, als ich es hier erklären kann, erfährt der Leser über seine Theorie, Teil einer anderen Geschichte zu werden. Dabei überzeugt der schüchterne Benjamin Merz, der in seinem Zuhause Köln immer nur von seinen vier Brüdern unterdrückt worden war, beinah alle Frauen des italienischen Ortes und ihm gelingt es, dort ein wunderbares Leben aufzubauen.

Es gibt unglaublich viele Überraschungen und Wendungen in dem Buch, das nicht nur durch Sprache sondern auch durch das wunderbare Ende der Geschichte überzeugt. Fazit: Wer noch kein Buch von Ortheil gelesen hat, sollte jetzt ganz schnell damit anfangen.

Fazit:

Ihr seht, mein Buchgeschmack ist breit gefächert und ich lese quer durch die Bank alles, was mir gefällt. Besonders im Urlaub, wenn ich richtig viel Zeit, einen bequemen Liegestuhl und ein nettes Getränk bei mir habe, kann ich mich oft kaum von der Lektüre lösen. Mein Tipp, einfach mal ausprobieren, was man so mag und sich dann an diesen Autoren orientieren. Oft findet man in den Büchern hinten nämlich vergleichbare Buchtipps aus dem Verlag. Und alle, die nur mit Handgepäck reisen, es lohnt sich, schnellstmöglich einen E-Reader anzuschaffen – auch als Buchliebhaber.

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